So prüft Basel-Stadt dein Wissen
Basel-Stadt setzt auf ein Gespräch mit Testcharakter statt auf einen schriftlichen Test. Zuständig ist die Einbürgerungskommission der Bürgergemeinde deines Wohnorts, also Basel, Riehen oder Bettingen. Das Gespräch wird aufgezeichnet. Geprüft werden Grundkenntnisse über Geografie, Geschichte, Politik und Gesellschaft von Bund, Kanton und Gemeinde. Eine Punktzahl ist nicht publiziert: Die Kommission beurteilt, ob deine Kenntnisse ausreichen, und beantragt Aufnahme, Abweisung oder Rückstellung.
Vor diesem Gespräch führt das Migrationsamt ein Erhebungsgespräch mit dir.
Eine Basler Besonderheit: Wer die ganze obligatorische Schule in der Schweiz und die ganze Sekundarstufe I in Basel-Stadt besucht hat, muss keine Staatskundefragen beantworten (§ 11 Bürgerrechtsgesetz, vom Bundesgericht 2019 bestätigt). Kinder unter 16 erhalten altersgerechte Unterlagen.
Was du über den Kanton Basel-Stadt wissen solltest
- Ein Stadtkanton: Basel-Stadt besteht aus drei Gemeinden: Basel, Riehen und Bettingen. Mit rund 37 km² ist er der kleinste Kanton der Schweiz und zählt rund 210 500 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Geschäfte der Stadt Basel besorgt der Kanton selbst. Der Grosse Rat ist darum zugleich das Stadtparlament.
- Behörden: Der Grosse Rat hat 100 Mitglieder, gewählt in fünf Wahlkreisen, und tagt im roten Rathaus am Marktplatz. Der Regierungsrat hat sieben Mitglieder. Besonders: Das Volk wählt das Regierungspräsidium für die ganze vierjährige Amtszeit. Das oberste Gericht ist das Appellationsgericht. Basel-Stadt hat einen Sitz im Ständerat und vier im Nationalrat. Die Verfassung ist seit 2006 in Kraft.
- Volksrechte: Eine Initiative braucht 3000 Stimmberechtigte, ein Referendum 2000 innert 42 Tagen. Die Einwohnergemeinden dürfen das Stimmrecht in Gemeindesachen auf weitere Einwohnerinnen und Einwohner ausdehnen.
- Geschichte: Basel trat 1501 der Eidgenossenschaft bei. 1833 trennte sich die Landschaft als eigener Kanton ab. Eine Fusion der beiden Basel nahm Basel-Stadt 2014 an, Basel-Landschaft lehnte sie deutlich ab. Die Universität Basel von 1460 ist die älteste der Schweiz.
- Geografie: Am Rheinknie ändert der Rhein seine Richtung nach Norden. Grossbasel mit dem Münster liegt links, Kleinbasel rechts des Rheins. Am Dreiländereck treffen sich die Schweiz, Deutschland und Frankreich. Der einzige Schweizer Nachbarkanton ist Basel-Landschaft. Der EuroAirport liegt ganz in Frankreich, und den Badischen Bahnhof betreibt die Deutsche Bahn.
- Kultur und Wirtschaft: Die Basler Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4 Uhr mit dem Morgestraich und ist seit 2017 immaterielles UNESCO-Kulturerbe. Dazu gehören die Schnitzelbängg. Die Herbstmesse geht auf 1471 zurück. Pharma und Chemie mit Roche und Novartis prägen die Wirtschaft, die Art Basel die Kunstwelt, und die Rheinhäfen verbinden die Schweiz mit der Nordsee. Neben drei christlichen Kirchen ist die Israelitische Gemeinde öffentlich-rechtlich anerkannt.
Ablauf der Einbürgerung in Basel-Stadt
Nach dem Gesuch führt das Migrationsamt das Erhebungsgespräch. Danach lädt dich die Bürgergemeinde zum Gespräch vor der Einbürgerungskommission ein und entscheidet über das Gemeindebürgerrecht. Nach der Bewilligung des Staatssekretariats für Migration (SEM) beschliesst der Regierungsrat die Aufnahme ins Kantonsbürgerrecht.
Du brauchst Deutsch auf Niveau B1 mündlich und A2 schriftlich, zehn Jahre Wohnsitz in der Schweiz und zwei Jahre ununterbrochen in der Gemeinde.
Zu den Kosten: Seit dem 1. Juli 2026 ist das kantonale Verfahren gebührenfrei. Die Gemeinden verlangen weiterhin Gebühren: Die Stadt Basel 800 Franken ab 25 Jahren und 950 Franken für Ehepaare oder Familien mit Kindern, Riehen 1700 Franken und Bettingen 1400 Franken. Unter 25 Jahren und bei Bezug von Ergänzungsleistungen oder Prämienverbilligung sind die Gemeindegebühren erlassen. Der Bund verlangt 100 Franken für Erwachsene.
So bereitest du dich vor
Lies den Leporello «Der Weg zum Schweizer Pass 2026» des Kantons, den Leitfaden Einbürgerung und das Merkblatt der Bürgergemeinde der Stadt Basel. Die Bürgergemeinde bietet ausserdem den freiwilligen «Kompaktkurs Einbürgerung» mit drei Lektionen an, in denen das politische System von Bund, Kanton und Bürgergemeinde erklärt wird.
Weil das Gespräch aufgezeichnet wird, wirkt es formeller als ein normales Gespräch. Übe deshalb, ruhig und in ganzen Sätzen zu antworten. Typisch baslerisch und gern gefragt: Warum ist der Grosse Rat auch das Stadtparlament? Was passiert am Morgestraich? Wo liegt Kleinbasel? Wer solche Fragen locker beantwortet, zeigt, dass er in Basel zu Hause ist.
Die Übungsfragen und der Probetest auf dieser Seite helfen dir, dein Wissen vor dem Gespräch zu prüfen.
Wohnsitzfrist
Im Kanton Basel-Stadt musst du vor dem Gesuch 2 Jahre ununterbrochen in der Gemeinde gewohnt haben.
Dazu kommen die Voraussetzungen des Bundes: Niederlassungsbewilligung C und insgesamt 10 Jahre in der Schweiz, davon 3 in den letzten 5 Jahren vor dem Gesuch. Die Jahre zwischen dem 8. und 18. Geburtstag zählen doppelt, tatsächlich müssen es aber mindestens 6 Jahre sein.
Quelle: Bericht des Bundesrates vom 5. November 2025 (§ 3 Abs. 1 BüRG BS)
Kosten
Kanton gratis (ab 1.7.2026); Gemeinde z. B. Basel CHF 800; Bund CHF 100.
Zu den Gebühren von Kanton und Gemeinde kommt die Gebühr des Bundes: 100 Franken für eine erwachsene Person, 150 Franken für Ehepaare mit gemeinsamem Gesuch und 50 Franken für Minderjährige.
Beispielfragen zum Kanton Basel-Stadt
Teste dich: Tippe auf eine Antwort, um die Lösung und die Erklärung zu sehen.
Wie heisst der Hauptort des Kantons Basel-Stadt?
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Richtige Antwort: A – Basel
Hauptort und mit Abstand grösste Gemeinde des Kantons ist die Stadt Basel. Liestal ist der Hauptort des Nachbarkantons Basel-Landschaft. Riehen und Bettingen sind die beiden anderen Gemeinden von Basel-Stadt.
Quelle: de.wikipedia.org · Geprüft Oktober 2026
Was ist eine Besonderheit der Stadt Basel im Vergleich zu anderen Schweizer Städten?
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Richtige Antwort: C – Ihre Gemeindegeschäfte werden vom Kanton besorgt
Laut Kantonsverfassung besorgt der Kanton die Geschäfte der Einwohnergemeinde der Stadt Basel. Grosser Rat, Regierungsrat und kantonale Verwaltung sind deshalb auch für die Stadt zuständig; ein eigenes Stadtparlament oder einen Stadtrat gibt es nicht. Riehen und Bettingen haben dagegen eigene Gemeindebehörden.
Quelle: gesetzessammlung.bs.ch · Geprüft Oktober 2026
Welche Amtssprache hat der Kanton Basel-Stadt gemäss Verfassung?
Antwort anzeigen
Richtige Antwort: A – Deutsch
Die Kantonsverfassung legt fest: «Amtssprache ist Deutsch.» Behörden und Amtsstellen sind aber befugt, auch in anderen Sprachen zu verkehren. Im Alltag wird Baseldeutsch gesprochen.
Quelle: gesetzessammlung.bs.ch · Geprüft Oktober 2026
Offizielle Unterlagen
Diese Dokumente stellen Kanton, Gemeinden oder ihre Testanbieter zur Verfügung. Bei Abweichungen gelten immer die Angaben der Behörde.
- InformationSchritt für Schritt: der Weg zur ordentlichen Einbürgerung (Migrationsamt Basel-Stadt)bs.ch
- InformationLeporello «Der Weg zum Schweizer Pass 2026» (PDF)media.bs.ch
- InformationLeitfaden Einbürgerung des Kantons Basel-Stadt und der Bürgergemeinden Basel, Riehen und Bettingen (PDF)bgbasel.ch
- InformationMerkblatt für ausländische Staatsangehörige, Bürgergemeinde der Stadt Basel (PDF, Juli 2026)bgbasel.ch
- Lernunterlage«Kompaktkurs Einbürgerung» der Bürgergemeinde Basel (freiwilliger Vorbereitungskurs, 3 Lektionen; Themenliste online, keine Unterlagen zum Download)bgbasel.ch
Häufige Fragen
Wie wird in Basel-Stadt das Wissen geprüft?
In einem mündlichen Gespräch mit Testcharakter vor der Einbürgerungskommission der Bürgergemeinde deines Wohnorts. Das Gespräch wird aufgezeichnet. Vorher findet ein Erhebungsgespräch beim Migrationsamt statt.
Was kostet die Einbürgerung in Basel-Stadt?
Seit dem 1. Juli 2026 erhebt der Kanton keine Gebühr mehr. Es bleiben die Gebühren der Gemeinde, in der Stadt Basel zum Beispiel 800 Franken ab 25 Jahren, und die Gebühr des Bundes von 100 Franken.
Wer muss keine Staatskundefragen beantworten?
Wer die ganze obligatorische Schule in der Schweiz und die ganze Sekundarstufe I in Basel-Stadt besucht hat. Das Bundesgericht hat diese Regel 2019 bestätigt.