Flagge des Kantons Graubünden

Kanton Graubünden · Test oder Gespräch bei der Bürgergemeinde

Einbürgerungstest Graubünden

In Graubünden prüft die Bürgergemeinde deine Grundkenntnisse, entweder mit einem schriftlichen Test oder im Einbürgerungsgespräch, das immer stattfindet. Den Sprachnachweis kannst du in einer der drei Kantonssprachen erbringen.

Aktualisiert:

So prüft Graubünden dein Wissen

In Graubünden ist die Bürgergemeinde für die Abklärung zuständig, ob du mit den Verhältnissen vertraut bist. Wo es keine Bürgergemeinde gibt, übernimmt das die politische Gemeinde. Sie prüft die Grundkenntnisse mit einem schriftlichen Test oder im Einbürgerungsgespräch. Das Gespräch findet in jedem Fall statt.

Geprüft werden geografische, historische, politische und gesellschaftliche Grundkenntnisse über die Schweiz, den Kanton und die Gemeinde. Lokale Fragen gehören also dazu. Eine kantonale Bestehensgrenze und einen kantonalen Fragenkatalog gibt es nicht. Wichtig: Atteste privater Einbürgerungskurse werden nicht berücksichtigt.

Was du über den Kanton Graubünden wissen solltest

  • Drei Sprachen: Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch sind gleichwertige Amtssprachen. Rätoromanisch ist seit 1938 Landessprache. Es hat fünf Schriftidiome (Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader) und seit 1982 die gemeinsame Schriftsprache Rumantsch Grischun. Die Lia Rumantscha fördert die Sprache seit 1919. In den Südtälern Misox, Calanca, Bergell und Puschlav spricht man Italienisch.
  • Grösse und Gliederung: Graubünden ist mit rund 7100 km² der grösste Kanton und zählt rund 207 400 Einwohnerinnen und Einwohner. Seit 2016 gliedert er sich in 11 Regionen, die Zahl der Gemeinden ist durch Fusionen auf 100 gesunken. Hauptort ist Chur, die älteste Stadt der Schweiz.
  • Behörden: Der Grosse Rat hat 120 Mitglieder und wird seit 2022 im Proporz gewählt. Die Regierung hat fünf Mitglieder und wird vom Volk im Majorz gewählt. Seit 2025 ist das Obergericht das oberste kantonale Gericht. Die Verfassung gilt seit 2004.
  • Volksrechte: Eine Verfassungsinitiative braucht 4000 Unterschriften, eine Gesetzesinitiative 3000 und ein Referendum 1500, jeweils alternativ auch ein Teil der Gemeinden.
  • Geschichte: Graubünden entstand aus drei Bünden: Gotteshausbund, Grauer Bund und Zehngerichtenbund. 1797 verlor es das Veltlin, Bormio und Chiavenna, und 1803 wurde es Kanton. Das Wappen vereint die Wappen der drei Bünde, der Steinbock ist das Symbol des Kantons.
  • Natur: Graubünden grenzt an Österreich, Italien und Liechtenstein. Vorder- und Hinterrhein vereinigen sich bei Reichenau zum Rhein, der Inn fliesst über die Donau ins Schwarze Meer. Der höchste Berg ist der Piz Bernina. Im Engadin liegt der Schweizerische Nationalpark von 1914, die Ruinaulta nennt man den «Swiss Grand Canyon».
  • Kultur: Die Albula- und Berninalinie der Rhätischen Bahn und das Kloster St. Johann in Müstair sind UNESCO-Welterbe. Am 1. März vertreiben Kinder am Chalandamarz den Winter, Heidi spielt bei Maienfeld, in Davos tagt das WEF, und St. Moritz war 1928 und 1948 Olympiaort. Bekannt sind Nusstorte, Capuns und Bündnerfleisch. Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftszweig.

Ablauf der Einbürgerung im Kanton Graubünden

Das Amt für Migration und Zivilrecht prüft das Gesuch vor und leitet es an die Bürgergemeinde weiter. Diese führt den Test oder das Gespräch durch und entscheidet über das Gemeindebürgerrecht. Nach der Bewilligung des Staatssekretariats für Migration (SEM) erteilt der Kanton das Kantonsbürgerrecht.

Verlangt werden B1 mündlich und A2 schriftlich in Deutsch, Rätoromanisch oder Italienisch. Die Wohnsitzfrist beträgt fünf Jahre in der Gemeinde, davon die letzten zwei ununterbrochen. Die Gebühren von Kanton und Bürgergemeinde betragen zusammen höchstens rund 2000 Franken pro Person, dazu kommt die Gebühr des Bundes.

So bereitest du dich vor

Das Merkblatt des Amts für Migration und Zivilrecht empfiehlt die Broschüre «ECHO – Information zur Schweiz» des HEKS. Frag ausserdem deine Bürgergemeinde, ob sie einen schriftlichen Test durchführt und welche Unterlagen sie empfiehlt.

Weil die Bürgergemeinde auch lokale Fragen stellt, lohnt es sich, deine Gemeinde gut zu kennen: Geschichte, Bräuche, Behörden und welche Sprache dort traditionell gesprochen wird. In einem dreisprachigen Kanton zeigt Interesse an der lokalen Sprache und Kultur viel über deine Integration.

Mit den Übungsfragen und dem Probetest auf dieser Seite prüfst du dein Grundwissen vor Test oder Gespräch.

Wohnsitzfrist

Im Kanton Graubünden musst du vor dem Gesuch 5 Jahre in der Gemeinde, davon die letzten 2 Jahre ununterbrochen gewohnt haben.

Dazu kommen die Voraussetzungen des Bundes: Niederlassungsbewilligung C und insgesamt 10 Jahre in der Schweiz, davon 3 in den letzten 5 Jahren vor dem Gesuch. Die Jahre zwischen dem 8. und 18. Geburtstag zählen doppelt, tatsächlich müssen es aber mindestens 6 Jahre sein.

Quelle: Bericht des Bundesrates vom 5. November 2025 (Art. 4 Abs. 1 KBüG GR)

Kosten

Kanton und Bürgergemeinde zusammen höchstens rund CHF 2000, dazu Bund.

Zu den Gebühren von Kanton und Gemeinde kommt die Gebühr des Bundes: 100 Franken für eine erwachsene Person, 150 Franken für Ehepaare mit gemeinsamem Gesuch und 50 Franken für Minderjährige.

Kosten in allen Kantonen vergleichen →

Beispielfragen zum Kanton Graubünden

Teste dich: Tippe auf eine Antwort, um die Lösung und die Erklärung zu sehen.

Wie heisst der Hauptort des Kantons Graubünden?

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Richtige Antwort: C – Chur

Chur ist Hauptort und grösste Stadt des Kantons. Hier haben Regierung, Grosser Rat und kantonale Verwaltung ihren Sitz.

Quelle: de.wikipedia.org · Geprüft Oktober 2026

Welche Stadt gilt als älteste Stadt der Schweiz?

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Richtige Antwort: A – Chur

Chur gilt als älteste Stadt der Schweiz; das Gebiet ist seit Jahrtausenden besiedelt. In römischer Zeit hiess der Ort Curia. Bern, Luzern und St. Gallen entstanden erst im Mittelalter.

Quelle: de.wikipedia.org · Geprüft Oktober 2026

Wie viele Einwohnerinnen und Einwohner hat Graubünden ungefähr?

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Richtige Antwort: B – Rund 200'000

Ende 2025 lebten rund 207'400 Personen ständig im Kanton (BFS, Stand 2026). Trotz der grössten Fläche aller Kantone ist Graubünden damit dünn besiedelt.

Quelle: bfs.admin.ch · Geprüft Oktober 2026

Alle 24 Übungsfragen →

Offizielle Unterlagen

Diese Dokumente stellen Kanton, Gemeinden oder ihre Testanbieter zur Verfügung. Bei Abweichungen gelten immer die Angaben der Behörde.

Häufige Fragen

Gibt es in Graubünden einen kantonalen Einbürgerungstest?

Nein. Die Bürgergemeinde, oder die politische Gemeinde, wo keine Bürgergemeinde besteht, prüft die Grundkenntnisse selbst: mit einem schriftlichen Test oder im Einbürgerungsgespräch, das in jedem Fall stattfindet. Einen kantonalen Fragenkatalog gibt es nicht.

In welcher Sprache kann ich den Sprachnachweis erbringen?

In einer der drei Kantonssprachen: Deutsch, Rätoromanisch oder Italienisch. Verlangt werden B1 mündlich und A2 schriftlich.

Zählen Atteste von privaten Einbürgerungskursen?

Nein. Das kantonale Amt für Migration und Zivilrecht weist darauf hin, dass Atteste privater Einbürgerungskurse nicht berücksichtigt werden.