Die Fragen zu Politik und Staat sind das Herzstück jedes Einbürgerungstests: Föderalismus, Gewaltenteilung und direkte Demokratie.
Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen und ist ein Bundesstaat mit drei Ebenen: Bund, Kantone und Gemeinden. Auf Bundesebene ist die Bundesversammlung mit Nationalrat (200 Sitze) und Ständerat (46 Sitze) die Legislative, der Bundesrat mit sieben Mitgliedern die Exekutive und das Bundesgericht in Lausanne die Judikative. Ein Gesetz ist verabschiedet, wenn beide Kammern es in gleicher Fassung beschlossen haben.
Besonders wichtig ist die direkte Demokratie: Mit einer Volksinitiative verlangen 100 000 Stimmberechtigte eine Änderung der Bundesverfassung, mit einem Referendum verlangen 50 000 Stimmberechtigte oder acht Kantone eine Abstimmung über ein Gesetz. Verfassungsänderungen brauchen das Volks- und das Ständemehr. Abstimmen dürfen auf Bundesebene Schweizerinnen und Schweizer ab 18 Jahren.
26 Kantone, 3 Staatsebenen
Bundesrat: 7 Mitglieder, 7 Departemente
Initiative: 100 000 Unterschriften
Referendum: 50 000 Unterschriften oder 8 Kantone
24 von 76 Fragen zu diesem Thema aus unserem Fragenkatalog · Tippe auf eine Antwort, um zu sehen, ob sie stimmt. Unter «Antwort anzeigen» findest du die Lösung mit Erklärung und Quelle.
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Aus wie vielen Kantonen besteht die Schweiz?
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Richtige Antwort: C – 26
Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen. Sechs davon (Obwalden, Nidwalden, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden) wurden früher Halbkantone genannt und haben im Ständerat nur einen Sitz. Jeder Kanton hat eine eigene Verfassung, ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und eigene Gerichte.
In welchem Jahr nahmen Volk und Stände die heute geltende, total revidierte Bundesverfassung an?
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Richtige Antwort: D – 1999
Die aktuelle Bundesverfassung wurde am 18. April 1999 von Volk und Ständen angenommen und trat am 1. Januar 2000 in Kraft. Sie ersetzte die Verfassung von 1874, die ihrerseits die erste Verfassung von 1848 abgelöst hatte. Die Verfassung ist das oberste Gesetz der Schweiz.
Welche Behörde ist auf Bundesebene die Legislative (gesetzgebende Gewalt)?
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Richtige Antwort: B – Die Bundesversammlung
In der Schweiz sind die Staatsgewalten getrennt: Die Bundesversammlung (Parlament) erlässt die Gesetze, der Bundesrat führt sie aus (Exekutive) und das Bundesgericht spricht Recht (Judikative). Die Gewaltenteilung verhindert, dass eine Behörde zu viel Macht erhält. Niemand darf gleichzeitig mehreren dieser Behörden angehören.
Das Bundesgericht hat seinen Sitz in Lausanne. Zwei sozialrechtliche Abteilungen arbeiten in Luzern. Bewusst befinden sich die Bundesgerichte nicht in der Bundesstadt Bern, wo Regierung und Parlament tagen.
Aus welchen zwei Kammern besteht das Schweizer Parlament?
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Richtige Antwort: D – Nationalrat und Ständerat
Die Bundesversammlung besteht aus dem Nationalrat (Volksvertretung, 200 Sitze) und dem Ständerat (Vertretung der Kantone, 46 Sitze). Beide Kammern sind gleichberechtigt. Man spricht deshalb von einem vollkommenen Zweikammersystem.
Richtige Antwort: A – Nationalrat und Ständerat tagen gemeinsam (246 Mitglieder)
Für bestimmte Aufgaben tagen National- und Ständerat gemeinsam als Vereinigte Bundesversammlung mit 246 Mitgliedern. Sie wählt unter anderem die Mitglieder des Bundesrates, den Bundespräsidenten, die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler und die Bundesrichterinnen und -richter. Sie entscheidet auch über Begnadigungen und Zuständigkeitskonflikte.
Welcher Kanton hat am meisten Sitze im Nationalrat?
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Richtige Antwort: A – Zürich
Zürich ist der bevölkerungsreichste Kanton und hat seit den Wahlen 2023 36 der 200 Nationalratssitze. Es folgen Bern (24) und Waadt (19). Die Sitzverteilung wird nach jeder Volkszählung bzw. Bevölkerungsstatistik neu berechnet.
Richtige Antwort: B – Die Stimmberechtigten des jeweiligen Kantons
Die Mitglieder des Ständerates werden vom Volk des jeweiligen Kantons gewählt. Das Wahlverfahren regelt jeder Kanton selbst: Die meisten Kantone wählen im Majorzverfahren, Neuenburg und Jura nach Proporz. In Appenzell Innerrhoden erfolgt die Wahl an der Landsgemeinde.
Wann ist ein Bundesgesetz vom Parlament verabschiedet?
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Richtige Antwort: B – Wenn Nationalrat und Ständerat es in gleicher Fassung beschlossen haben
Ein Gesetz kommt nur zustande, wenn beide Kammern dem gleichen Wortlaut zustimmen. Bestehen Differenzen, wird der Entwurf zwischen den Räten hin- und hergeschickt (Differenzbereinigung), notfalls entscheidet eine Einigungskonferenz. Danach kann gegen das Gesetz das fakultative Referendum ergriffen werden.
Welche Rolle hat die Bundespräsidentin oder der Bundespräsident?
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Richtige Antwort: B – Leitung der Bundesratssitzungen als «Erste/r unter Gleichen»
Die Bundespräsidentin oder der Bundespräsident leitet die Sitzungen des Bundesrates und übernimmt besondere Repräsentationsaufgaben im In- und Ausland. Sie oder er hat aber keine zusätzlichen Machtbefugnisse und führt weiterhin das eigene Departement. Staatsoberhaupt ist der Bundesrat als Kollegium.
Die Bundesverwaltung ist in sieben Departemente gegliedert, jedes wird von einem Bundesratsmitglied geleitet: EDA, EDI, EJPD, VBS, EFD, WBF und UVEK. Dazu kommt die Bundeskanzlei als Stabsstelle. Die Verteilung der Departemente beschliesst der Bundesrat selbst.
Zu welchem Departement gehört das Staatssekretariat für Migration (SEM), das auch für Einbürgerungen zuständig ist?
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Richtige Antwort: D – EJPD
Das SEM gehört zum Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD). Es ist zuständig für Aufenthalt, Asyl und auf Bundesebene für die Einbürgerungsbewilligung. Zum EJPD gehören auch das Bundesamt für Justiz und das Bundesamt für Polizei (fedpol).
Welches Departement ist für Wirtschaft, Bildung, Forschung und Landwirtschaft zuständig?
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Richtige Antwort: D – WBF
Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) ist unter anderem für Wirtschaftspolitik, Berufsbildung und Hochschulen, Forschung und Landwirtschaft zuständig. Zum WBF gehören z. B. das SECO und das Bundesamt für Landwirtschaft. 2026 wird es von Bundespräsident Guy Parmelin geleitet.
Welche Partei ist im Jahr 2026 mit nur einem Sitz im Bundesrat vertreten?
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Richtige Antwort: D – Die Mitte
2026 setzt sich der Bundesrat aus je zwei Mitgliedern der SVP (Guy Parmelin, Albert Rösti), der SP (Elisabeth Baume-Schneider, Beat Jans) und der FDP (Ignazio Cassis, Karin Keller-Sutter) sowie einem Mitglied der Mitte (Martin Pfister) zusammen. Die Grünen und die Grünliberalen sind nicht im Bundesrat vertreten. Die Zusammensetzung kann sich bei Wahlen ändern.
Aus welchen Parteien entstand im Jahr 2021 «Die Mitte»?
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Richtige Antwort: C – Aus CVP und BDP
Die Mitte entstand 2021 aus dem Zusammenschluss der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) und der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP). Sie ist eine Partei der politischen Mitte. Seit 2025 stellt sie mit Martin Pfister ein Mitglied des Bundesrates.
Was ist das Besondere an der direkten Demokratie der Schweiz?
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Richtige Antwort: B – Die Stimmberechtigten können selbst über Sachfragen wie Verfassungsänderungen und Gesetze abstimmen
In der Schweiz wählen die Stimmberechtigten nicht nur ihre Vertreter, sondern entscheiden auch direkt über Sachfragen. Instrumente dafür sind die Volksinitiative und das Referendum. Auf Bundesebene stimmt das Volk mehrmals pro Jahr über Vorlagen ab.
Was kann mit einer eidgenössischen Volksinitiative verlangt werden?
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Richtige Antwort: A – Eine Änderung der Bundesverfassung
Mit einer eidgenössischen Volksinitiative können Stimmberechtigte eine Teil- oder Totalrevision der Bundesverfassung verlangen. Eine Gesetzesinitiative gibt es auf Bundesebene nicht, in den Kantonen hingegen schon. Das Parlament gibt eine Abstimmungsempfehlung ab und kann einen Gegenvorschlag ausarbeiten.
Wer kann ausser 50 000 Stimmberechtigten ebenfalls ein fakultatives Referendum ergreifen?
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Richtige Antwort: A – Acht Kantone
Ein fakultatives Referendum kann auch von acht Kantonen verlangt werden (Kantonsreferendum). Dieses Recht wurde bisher nur selten genutzt, erstmals erfolgreich 2003 gegen ein Steuerpaket. In der Regel wird das Referendum durch Unterschriftensammlungen von Parteien, Verbänden oder Komitees ergriffen.
Richtige Antwort: D – Mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen in der ganzen Schweiz lautet Ja
Das Volksmehr ist erreicht, wenn mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen in der ganzen Schweiz Ja lautet. Es zählen nur die Stimmen der Personen, die tatsächlich abgestimmt haben. Leere und ungültige Stimmzettel werden nicht berücksichtigt.
Ab welchem Alter dürfen Schweizerinnen und Schweizer auf Bundesebene abstimmen und wählen?
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Richtige Antwort: B – 18
Auf Bundesebene sind Schweizer Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren stimm- und wahlberechtigt. Das Stimmrechtsalter wurde 1991 von 20 auf 18 Jahre gesenkt. Ab 18 kann man auch selbst in den Nationalrat gewählt werden.
Dürfen Ausländerinnen und Ausländer mit Niederlassungsbewilligung C an eidgenössischen Abstimmungen teilnehmen?
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Richtige Antwort: C – Nein; einige Kantone und Gemeinden kennen aber ein Ausländerstimmrecht auf ihrer Ebene
Auf Bundesebene ist das Stimmrecht an das Schweizer Bürgerrecht gebunden. Neuenburg und Jura gewähren Ausländerinnen und Ausländern unter bestimmten Bedingungen das Stimmrecht auf kantonaler Ebene. Auf Gemeindeebene kennen es zudem z. B. die Kantone Waadt, Freiburg und Genf; in Graubünden, Appenzell Ausserrhoden und Basel-Stadt können die Gemeinden es einführen.
In welchen Kantonen gibt es heute noch die Landsgemeinde?
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Richtige Antwort: D – Glarus und Appenzell Innerrhoden
Die Landsgemeinde ist eine Versammlung der Stimmberechtigten unter freiem Himmel, bei der offen per Handerheben abgestimmt und gewählt wird. Heute gibt es sie nur noch in Glarus und Appenzell Innerrhoden. Sie gilt als älteste Form der direkten Demokratie in der Schweiz.
Welche Aufgabe wird typischerweise von der Gemeinde erfüllt?
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Richtige Antwort: B – Abfallentsorgung und Wasserversorgung
Die Gemeinden erfüllen viele Aufgaben des täglichen Lebens, etwa Abfallentsorgung, Wasserversorgung, lokale Strassen, Einwohnerkontrolle und – zusammen mit dem Kanton – die Volksschule. Welche Aufgaben genau bei den Gemeinden liegen, bestimmt der jeweilige Kanton. Die Gemeinden erheben dafür eigene Steuern und Gebühren.
Richtige Antwort: A – Die Schweiz beteiligt sich nicht an bewaffneten Konflikten zwischen anderen Staaten und tritt keinem Militärbündnis bei
Als neutraler Staat beteiligt sich die Schweiz nicht an Kriegen zwischen anderen Staaten und ist keinem Militärbündnis wie der NATO beigetreten. Sie verteidigt sich mit einer eigenen Armee (bewaffnete Neutralität) und bietet oft «Gute Dienste» als Vermittlerin an. Am 27. September 2026 lehnten Volk und Stände die Neutralitätsinitiative, die eine strengere Neutralität in der Verfassung verankern wollte, mit rund 70 % Nein ab.