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Kanton Basel-Landschaft · Gespräch mit Testcharakter in der Gemeinde

Einbürgerungstest Basel-Landschaft

Im Kanton Basel-Landschaft prüft deine Gemeinde dein Wissen in einem Gespräch mit Testcharakter. Wie das Gespräch abläuft, legt jede Gemeinde in ihrem eigenen Einbürgerungsreglement fest.

Aktualisiert:

So prüft Basel-Landschaft dein Wissen

Im Baselbiet gibt es keinen kantonsweiten schriftlichen Test. Die Sicherheitsdirektion übermittelt dein Gesuch an den Bürger- bzw. Gemeinderat deiner Wohngemeinde, und dieser prüft in einem Gespräch mit Testcharakter deine Integration. Dazu gehören Deutschkenntnisse und Grundkenntnisse über die geografischen, historischen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Schweiz, Kanton und Gemeinde. Fragen zur Wohngemeinde sind üblich.

Jede Gemeinde muss ein Einbürgerungsreglement erlassen, in dem Verfahren und Gebühren geregelt sind. Deshalb unterscheidet sich das Gespräch von Gemeinde zu Gemeinde. Manche Gemeinden stellen Leitfäden bereit, die Bürgergemeinde Binningen etwa einen Leitfaden zur Vorbereitung auf das staatskundliche Gespräch. Zusätzlich führt die kantonale Sicherheitsdirektion ein persönliches Gespräch mit dir. Eine Punktzahl gibt es nicht: Der Bürger- oder Gemeinderat gibt eine Stellungnahme zu deiner Integration ab.

Was du über den Kanton Basel-Landschaft wissen solltest

  • Gliederung: Hauptort ist Liestal, die grössten Gemeinden sind aber Allschwil und Reinach. Der Kanton hat fünf Bezirke: Arlesheim, Laufen, Liestal, Sissach und Waldenburg, dazu 86 Gemeinden und rund 306 000 Einwohnerinnen und Einwohner.
  • Behörden: Das Parlament heisst Landrat und hat 90 Mitglieder, der Regierungsrat fünf. Das Regierungspräsidium wählt der Landrat jedes Jahr neu. Das höchste Gericht ist das Kantonsgericht in Liestal. Als historischer Halbkanton hat Basel-Landschaft nur einen Sitz im Ständerat, und die Verfassung nennt als Ziel, ein Vollkanton mit zwei Ständeräten zu werden. Die Verfassung stammt von 1984.
  • Volksrechte: Eine Initiative braucht 1500 Stimmberechtigte, ebenso ein Referendum, dieses innert acht Wochen. Ein Gesetz kommt zwingend vors Volk, wenn weniger als vier Fünftel des Landrats zustimmen.
  • Geschichte: Vor 1798 waren Liestal, Sissach und Waldenburg Untertanengebiet der Stadt Basel. 1832/33 machte sich die Landschaft selbständig. 1994 wechselte das Laufental vom Kanton Bern zu Basel-Landschaft. Eine Fusion mit Basel-Stadt lehnte der Kanton 2014 mit über 68 Prozent Nein ab. 1986 verschmutzte ein Chemiebrand in Schweizerhalle den Rhein.
  • Geografie: Der Kanton grenzt an Basel-Stadt, Aargau, Solothurn und Jura sowie an Frankreich und Deutschland. Die Ergolz fliesst durch Liestal und mündet bei Augst in den Rhein, der Süden gehört zum Jura. Im Südwesten berührt der Kanton die deutsch-französische Sprachgrenze.
  • Kultur: In Augst liegt die Römerstadt Augusta Raurica. In Liestal ziehen am Chienbäse brennende Holzbündel durchs Stedtli, und in vielen Gemeinden schreitet man am Banntag die Gemeindegrenze ab. Das Baselbiet ist bekannt für Kirschen, das Baselbieterlied gilt als inoffizielle Hymne, und Ricola hat seinen Sitz in Laufen. Die Universität Basel tragen beide Basel seit 2007 gemeinsam.

Ablauf der Einbürgerung im Kanton Basel-Landschaft

Das Gesuch geht über die kantonale Sicherheitsdirektion an deine Gemeinde. Der Bürger- oder Gemeinderat führt das Gespräch, und die Bürger- bzw. Einwohnergemeindeversammlung erteilt das Gemeindebürgerrecht, sofern das Reglement dies nicht dem Bürgerrat überträgt. Nach der Bewilligung des Staatssekretariats für Migration (SEM) erteilt der Landrat das Kantonsbürgerrecht.

Die Sprachanforderung ist höher als das Bundesminimum: Deutsch B1 mündlich und schriftlich. Die Wohnsitzfrist beträgt fünf Jahre im Kanton, die Gemeinden dürfen zwei bis fünf Jahre in der Gemeinde verlangen. Die kantonale Gebühr liegt bei rund 1550 Franken für eine Einzelperson, die Gemeindegebühr richtet sich nach dem Reglement, in Liestal zum Beispiel 1500 Franken für Einzelpersonen und 1800 Franken für Ehepaare.

So bereitest du dich vor

Fang bei deiner Gemeinde an: Lies ihr Einbürgerungsreglement und frag nach Unterlagen zur Vorbereitung. Viele Bürgergemeinden geben Hinweise, welche Themen im Gespräch vorkommen. Für den Teil zur Schweiz eignen sich die allgemeinen Lernmittel wie «Der Bund kurz erklärt».

Weil das Gespräch Testcharakter hat, solltest du Fakten genau kennen: Wie viele Mitglieder hat der Landrat, wer erteilt das Kantonsbürgerrecht, wann ist der Banntag in deiner Gemeinde? Übe ausserdem das Schreiben, denn das Baselbiet verlangt schriftlich B1.

Mit den Übungsfragen und dem Probetest auf dieser Seite prüfst du dein Wissen vor dem Gespräch.

Wohnsitzfrist

Im Kanton Basel-Landschaft musst du vor dem Gesuch 5 Jahre im Kanton; die Gemeinden dürfen 2 bis 5 Jahre in der Gemeinde verlangen gewohnt haben.

Dazu kommen die Voraussetzungen des Bundes: Niederlassungsbewilligung C und insgesamt 10 Jahre in der Schweiz, davon 3 in den letzten 5 Jahren vor dem Gesuch. Die Jahre zwischen dem 8. und 18. Geburtstag zählen doppelt, tatsächlich müssen es aber mindestens 6 Jahre sein.

Quelle: Bericht des Bundesrates vom 5. November 2025 (§ 8 Abs. 1 und 4 BüG BL)

Kosten

Kanton z. B. CHF 1550; Gemeinde je nach Reglement; Bund CHF 100.

Zu den Gebühren von Kanton und Gemeinde kommt die Gebühr des Bundes: 100 Franken für eine erwachsene Person, 150 Franken für Ehepaare mit gemeinsamem Gesuch und 50 Franken für Minderjährige.

Kosten in allen Kantonen vergleichen →

Beispielfragen zum Kanton Basel-Landschaft

Teste dich: Tippe auf eine Antwort, um die Lösung und die Erklärung zu sehen.

Wie heisst der Hauptort des Kantons Basel-Landschaft?

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Richtige Antwort: A – Liestal

Laut Kantonsverfassung (§ 40) ist Liestal Hauptort des Kantons; dort haben Landrat, Regierungsrat und Kantonsgericht ihren Sitz. Liestal ist allerdings nicht die grösste Gemeinde des Kantons.

Quelle: bl.clex.ch · Geprüft Oktober 2026

Welche Amtssprache gilt im Kanton Basel-Landschaft?

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Richtige Antwort: D – Nur Deutsch

Laut Verfassung (§ 57) ist Deutsch die Amtssprache. Alle Behörden von Kanton und Gemeinden nehmen Eingaben aber auch in einer anderen Amtssprache des Bundes entgegen, etwa auf Französisch oder Italienisch. Im Alltag spricht man Baselbieter Mundart.

Quelle: bl.clex.ch · Geprüft Oktober 2026

Für welches Obst ist das Baselbiet traditionell besonders bekannt?

Antwort anzeigen

Richtige Antwort: A – Für Kirschen

Das Baselbiet ist eine traditionelle Kirschenregion. Die Kirschblüte im Frühling ist ein beliebtes Postkartenmotiv. Aus Kirschen wird auch Kirsch (Schnaps) gebrannt.

Quelle: de.wikipedia.org · Geprüft Oktober 2026

Alle 24 Übungsfragen →

Offizielle Unterlagen

Diese Dokumente stellen Kanton, Gemeinden oder ihre Testanbieter zur Verfügung. Bei Abweichungen gelten immer die Angaben der Behörde.

Häufige Fragen

Gibt es im Baselbiet einen schriftlichen Einbürgerungstest?

Keinen kantonsweiten. Der Bürger- bzw. Gemeinderat deiner Wohngemeinde führt ein Gespräch mit Testcharakter. Form und Inhalt regelt jede Gemeinde in ihrem Einbürgerungsreglement. Zusätzlich führt die Sicherheitsdirektion ein persönliches Gespräch.

Welche Deutschkenntnisse braucht man in Basel-Landschaft?

B1 mündlich und B1 schriftlich. Das ist strenger als das Bundesminimum, das schriftlich nur A2 verlangt.

Wer erteilt das Kantonsbürgerrecht?

Der Landrat, also das Kantonsparlament. Das Gemeindebürgerrecht erteilt die Bürger- bzw. Einwohnergemeindeversammlung oder, wenn das Reglement es vorsieht, der Bürgerrat.